N° 274 - Inhalt Sommaire
- Studentenzulagen: Stoppt Biltgen!
- Biltgens Projekt zusammengefasst
- 9. & 10. Juli: Bike for Peace Etappe in Esch
- Das langsame Sterben des Briefträgers
- Löhne, Gehälter und Pensionen: +2,5% ab 1. Juli 2010
- Keine Stadtbahn und Lyzeen, aber Geschenke für Promotoren?
- CGFP: Sparpaket abmildern!
- Les salariés ont déjà payé pour la crise!
- «Des enfants meurent à cause des gangsters de la Bourse»
- «Ne confondez jamais juif, sioniste et israélien!»
- Kurz gesagt -
- Agenda -
Studentenzulagen: Stoppt Biltgen!
Serge Urbany - Am 18. Juni erst im Parlament hinterlegt, soll das Gesetzvorhaben zu den Studienbeihilfen, dem Kindergeld und dem Kinderbonus bereits nächste Woche im Plenum abgestimmt werden.
Die Sozialkommission wurde nicht eingeschaltet, obschon das Projekt das Sozialgesetz grundlegend ändert. Auch die Salariatskammer wurde nicht konsultiert. Sie beauftragte sich daher selber mit einem Gutachten und hat soeben ihren „profond désaccord” mitgeteilt, ohne auch nur ein gutes Haar am Projekt zu lassen. Die Studentenorganisation UNEL fordert ihrerseits die Überarbeitung des Gesetzes, d.h. dessen Vertagung. Bereits am 4. Mai hatten „déi jonk Gréng” festgestellt: „Biltgen verkauft Jugendliche abermals für dumm!”
Jetzt wird sich zeigen müssen, ob die LSAP, gegen den Frontalangriff der Salariatskammer und damit aller Gewerkschaften, Hochschulminister Biltgen die Koalitionstreue halten wird.
Worum es geht, wird aus dem finanziellen Impakt ersichtlich. 66 Millionen Euro werden durch den Wegfall des Kindergeldes eingespart. 33 Millionen kostet das neue System mehr an Studienzulagen, wegen der Verallgemeinerung der Börse. 33 Millionen werden so auf dem Buckel der Grenzgänger und der kleinen Einkommensbezieher eingespart.
Es geht hintergründig um eine weitere strukturelle Veränderung bei den Familienzulagen. Mit der Abschaffung des Kindergeldes für Studenten fällt gleich eine ganze Wand des ehemaligen „sursalaire familial”. Dieser wurde anfangs aus Patronatsbeiträgen finanziert und danach fiskalisiert, ist aber immer noch eine allgemeine, auf der Arbeit beruhende Familienzulage, die dem europäischen Sozialrecht nach auch Grenzgängern zusteht.
Mit diesem Gesetz erfüllt sich die Regierung den Wunsch, den „Export des Kindergeldes” abzuschaffen. Sie wird wahrscheinlich am europäischen Recht scheitern, doch der Versuch ist es ihr wert. Sie nimmt dabei in Kauf, ein komplett überhastetes und unausgegorenes Gesetz in die Welt zu setzen, das auch luxemburgische Studenten aus nicht betuchten Familien benachteiligt. Sei ’s drum, dafür ist die „selektive Sozialpolitik” ja da. Wir hatten früh genug vor solch zwielichtigen Instrumenten wie „Kinderbonus” und „chèques services” gewarnt, die Tarnkappengestalten der neuen, residenzgebundenen Familienpolitik sind.
Es geht natürlich um eine wirklich gerechte Studienförderung. Es geht aber auch um die Verteidigung des universalen Sozialversicherungssystems! Deshalb: Stoppt diese Regierung!
Lesen Sie dazu auch in dieser Goosch-Nummer: „Biltgens Projekt zusammengefasst“.
Biltgens Projekt zusammengefasst
S.U. - Das Gesetzprojekt 6148, das die Studienzulagen, das Kindergeld und den Kinderbonus ändert, enthält folgende wichtige Elemente (nach der letzten Fassung der Parlamentskommission):
1. Nach dem Alter von 18 Jahren wird das Kindergeld (d.h. 185,6.-/Monat für ein Kind, 220.36.- für jedes von 2 Kindern, 267,58.- für jedes von 3 Kindern + Majorationen mit 6 und 12 Jahren) nur mehr im Falle eines Sekundarstudiums bis 27 Jahre weiterbezahlt. Universitäts- und Hochschul-Studenten fallen aus den Kindergruppen raus!
2. Sie erhalten als Ausgleich für den Wegfall des Kindergeldes eine „aufgebesserte” Studienbeihilfe, wenn sie in Luxemburg wohnen, Luxemburger oder Familienmitglieder eines Luxemburgers, resp. eines in Luxemburg arbeitenden Europäers oder eines seit 5 Jahren in Luxemburg wohnenden Ausländers sind. Kinder von (auch luxemburgischen) Grenzgängern erhalten die Zulage nicht.
Künftig wird das Einkommen der Eltern nicht mehr in Betracht gezogen, sondern das Einkommen der Studenten, die also vom Elternhaus „autonom” werden sollen. Bis zum Mindestlohn erhält jeder Student eine nicht rückzahlbare Börse von 6.500 Euro jährlich. Von der Neuerung profitieren die Studenten, die bisher aufgrund des Einkommens der Eltern keine Börse erhielten. Schlecht weg kommen Studenten, besonders aus Mehrkindfamilien, die bisher neben der Börse aufgrund des Einkommens der Familie das Kindergeld, die Schulanfangszulage, die Ermunterungsprämie, oder die Erhöhung der Zulage wegen mehrerer Studierender in einer Familie erhielten - alles Beiträge die künftig wegfallen sollen. „Härtefälle” sollen extra geregelt werden. Daneben kann man noch ein Darlehen bis 6.000 Euro bei einer Bank zu einem bevorzugten Zinssatz von 2% aufnehmen. Die Beiträge sind nicht mehr automatisch indexiert!
3. Der Kinderbonus (922,5.-), der bisher zusammen mit dem Kindergeld an alle Studenten ausbezahlt wurde, ist nunmehr in Höhe von 1.000.- in obigen Beiträgen erhalten (und wird nur zur Hälfte zur Börse gerechnet!). Grenzgängerfamilien können ihn als steuerliche Vergünstigung zwar zusammen mit der Steuererklärung im darauffolgenden Jahr beantragen – in dem Maße wie sie Steuern bezahlen und nur wenn die Kinder im Haushalt wohnen (im Widerspruch zum Prinzip der Autonomie der Studenten!). Familien mit kleinem Einkommen gehen auch hier leer aus und scheinen obendrein die Krankenversicherung ihrer Eltern zu verlieren.
9. & 10. Juli: Bike for Peace Etappe in Esch
Bike for Peace and New Energies e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Dieses Jahr fahren etwa 50 RadfahrerInnen von Paris nach Moskau, um für ein friedliches Zusammenleben ohne Waffen und Gewalt zu werben. Anstatt mit militärischer Gewalt die billige Aneignung von Rohstoffen und Energien zu sichern, fordern sie den sparsamen Umgang mit Energie, den Umstieg auf erneuerbare Energien und die Stärkung arbeitsplatzfördernder, umweltschonender und energieeffizienter Produktionstechniken und Produkte. Eine vernünftige Verkehrspolitik entlastet die Umwelt und fördert den Frieden. Der jetzt schon zu beobachtende Klimawandel erfordert enorme Anstrengungen und Mittel, die nur durch Abrüstung frei gemacht werden können. Die Initiative bike for peace ist international.
Am Freitag dem 9. Juli kommt die Karawane von Bike 4 Peace abends um 17 Uhr vor dem Escher Gemeindehaus an. Hier wird es im Rahmen der Kampagne „Mayors for Peace” einen offiziellen Empfang durch den Escher Schöffenrat geben. Anschließend ist um 18 Uhr ein Open-Air-Konzert mit der in der Großregion bestens bekannten Folk-Gruppe Mannijo.
Jeder ist herzlich eingeladen am Freitag am Empfang und am Konzert auf dem Platz vor der Escher Gemeinde mitzumachen und die Leute von Bike 4 Peace willkommen zu heißen. Ab 16 Uhr ist hier was los.
Am Morgen des 10. Juli fährt die Gruppe von Esch nach Luxemburg und von da aus nach Trier. Wer Lust und Zeit hat, mit dem Fahrrad - am besten Rennrad - von Esch nach Trier mitzufahren, sollte sich am Samstagmorgen um 9 Uhr vor der Escher Sporthalle in Lallingen einfinden. Von hier aus geht es dann nach Luxemburg-Stadt, wo wieder ein Empfang bei der hauptstädtischen Gemeinde ansteht. Dann fährt die Rad-Karawane weiter nach Trier, wo die Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) sie empfangen wird. Von Trier aus kann man dann abends den Zug zurück nach Luxemburg-Stadt nehmen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, von Trier aus weiter mit der Karawane mitzufahren.
Mehr Infos: http://bike4peace.de/, http://www.mayorsforpeace.org/, http://www.manfred-pohlmann.de/mannijo_fr.html
Das langsame Sterben des Briefträgers
Frank Jost - Dieser Tage hat die französische Gesundheitsministerin eine Aktion lanciert: Die kleinen Händler sollen den Gesundheitsbehörden ältere Kunden melden, die ausbleiben, weil sie vielleicht der Hitzewelle zum Opfer gefallen sind. Eine andere Idee wäre es, die Briefträger einzuschalten, um ältere, isolierte Personen zu melden, die dehydriert sein könnten.
Hochtrabend spricht die EU-Direktive 2008/06 EG, die die Postdienste liberalisiert, von „sozialem und territorialem Zusammenhalt“ und davon, dass die Post „ein wesentliches Instrument für Kommunikation und Informationsaustausch” sei. In Wirklichkeit macht die Direktive die soziale Kommunikation kaputt.
Kommunikationsminister Biltgen hat seinen Gesetzesentwurf zur Regulierung des Postwesens durch den Ministerrat absegnen lassen. Nun beginnen die Verhandlungen mit den Gewerkschaften, um über den Feinschliff zu reden, denn die Stoßrichtung ist unerbittlich neoliberal.
Jedes Unternehmen wird Postdienste anbieten können. Allerdings sind die privaten Firmen, die in Deutschland ihren unqualifizierten Beschäftigten nur 5 Euro Stundenlohn zahlen wollen, nur an den fetten Fischen interessiert. Keine wird sich vordrängen, die Leute von Knapphoscheid oder Schlindermanderscheid zu beliefern. Deshalb ist die Verpflichtung zum Universaldienst vorgeschrieben. Um die Belieferung aller Haushalte zu garantieren, können die Staaten die Mehrkosten entweder aus dem Staatshaushalt decken oder über einen Ausgleichsfonds.
Das ILR (Institut luxembourgeois de régulation) wird festlegen, in welcher Höhe die Gesellschaft, die den Universaldienst garantiert - das ist wohl die Postgesellschaft - für ihre Mühen entschädigt wird. Nun beginnt ein Gerangel über die Höhe des Ausgleichfonds. Die Unternehmerkreise wollen ihn möglichst klein sehen und ihre Lobby wird alles daran setzen, dies bei den zuständigen Stellen durchzusetzen.
All diese beginnenden Diskussionen betreffen sowohl das Statut der Postbeamten, ihre Qualifikation und Bezahlung, als auch die Anzahl und die Öffnungszeiten der Postbüros. Dabei sind die Interessen der Postbeschäftigten und der breiten Öffentlichkeit identisch. Der schleichende Abbau der Post wird in der Öffentlichkeit nicht genug wahr genommen, eben weil er schleichend ist. Der Aufbau einer aktiven Solidarität zwischen den Beschäftigten der Post und den Postkunden ist geboten.
Löhne, Gehälter und Pensionen: +2,5% ab 1. Juli 2010
Mit dem Erfall einer Indextranche am 1. Juli 2010 wurden die Löhne, Gehälter, Pensionen, Arbeitslosenentschädigungen sowie das gesetzliche Mindesteinkommen (RMG) an die Inflation angepasst und dementsprechend um 2,5% erhöht. Die automatische Indexierung der Löhne bezweckt den Erhalt der Kaufkraft mittels einer Kompensation der durch die Inflation verursachten Geldentwertung.
Somit ist der Index ein technischer Mechanismus zum Ausgleich der verlorengegangenen Kaufkraft.
Diese Anpassung ist nicht zuletzt das Verdienst des OGBL, der nicht bereit war während den Tripartite-Verhandlungen darüber zu diskutieren, insbesondere nicht in einer Phase niedriger Inflation. Der OGBL widersetzt sich seit jeher, auf allen Ebenen, sowohl der Abschaffung, der Deckelung sowie einer Verschlechterung des Indexsystems und besteht darauf das Indexsystem sowie den Indexwarenkorb unverändert zu lassen.
Der Index ist für den OGBL auch ein wichtiges Instrument im Rahmen seiner kontinuierlichen Lohnpolitik. Die automatische Indexierung ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des sozialen Friedens.
Der OGBL wird weiterhin jede Form eines Moratoriums oder einer Veränderung ablehnen, wachsam bleiben und das Luxemburger Indexsystem verteidigen.
Der soziale Mindestlohn am 1. Juli 2010 beim Indexstand 719,84: Unqualifizierte Arbeitnehmer - ab 18 Jahre (100%): Monatslohn 1.724,81 Euro, Stundenlohn 9,97 Euro - von 17 bis 18 Jahren (80%): Monatslohn 1.379,85 Euro, Stundenlohn 7,976 Euro - von 15 bis 17 Jahren (75%): Monatslohn 1.293,61 Euro, Stundenlohn 7,4775 Euro. Qualifizierte Arbeitnehmer 18 Jahre und älter: Monatslohn 2.069,77 Euro, Stundenlohn 11,964 Euro.
(Mitgeteilt vom OGBL)
Keine Stadtbahn und Lyzeen, aber Geschenke für Promotoren?
G.K. - In einer Stellungnahme zum Gesetzprojekt „Ban de Gasperich” stellt der Mouvement Ecologique dieses riesige Straßenbauvorhaben der Regierung in Frage.
Einerseits werden zukunftsweisende Projekte zeitlich verschoben, wie z.B. der Bau der modernen Stadtbahn oder von Lyzeen. Andererseits sollen gigantische 70 Millionen Euro in den Ausbau des Straßennetzes um den „Ban de Gasperich” investiert werden! Dies vor allem, um im Interesse von Privatpromotoren ein neues Geschäftszentrum und Bürogebäude zu bauen… Allein für das auch hier geplante Lyzeum und das „Centre d’Intervention de la Ville de Luxembourg” sind solch weitgehende Infrastrukturen wohl kaum erforderlich.
Anscheinend sollen alle Kosten der Straßeninfrastruktur von der Allgemeinheit übernommen werden, ohne dass die Promotoren sich daran beteiligen. Es kann nicht sein, dass die Gewinne für die Promotoren sind, die Steuerzahler aber die ganzen Unkosten übernehmen!
Aus rein formaler Sicht ist es unzulässig, dass hier die Straßeninfrastruktur gutgeheißen werden soll, bevor der Teilbebauungsplan für das Areal überhaupt die notwendige Prozedur durchlaufen hat.
Außerdem wird die fehlgeleitete Mobilitätspolitik der letzten Jahrzehnte nahtlos fortgeführt: die Detailpläne für den Bau des dortigen Bahnhofs liegen noch nicht einmal vor, geschweige denn ein Gesetzprojekt und ein Finanzierungsplan; aber es soll schon mit dem Umbau des Straßennetzes begonnen werden...
Es stellen sich aber auch klare Fragen der Finanzprioritäten dieser Regierung. Einzelne „uneffiziente” Buslinien sollen gestrichen werden und zukunftsorientierte Projekte zurückgestellt werden… Aufgrund welcher Kriterien soll nun gerade dieses Projekt Priorität genießen? Im Gesetzentwurf gibt es dafür nicht einmal ansatzweise eine Erklärung; so wird z.B. nicht erörtert, welche Verkehrsprognosen diesem Projekt zu grunde liegen...
Der Mouvement Ecologique richtet deshalb einen dringlichen Appell an die Abgeordnetenkammer, das Gesetzprojekt zu diesem Zeitpunkt nicht gutzuheißen und eine Debatte über die Finanzprioritäten im Mobilitätsbereich zu gewährleisten. In einer offenen Diskussion über die Finanzierung derartiger Projekte ist auch die Rolle der Promotoren zu klären.
CGFP: Sparpaket abmildern!
(…) Den nach den Tripariteverhandlungen mehrfach geäußerten Vorwurf, die Dreierkonferenz sei einzig und allein an der Index-Frage gescheitert, will die CGFP-Führung so nicht gelten lassen. Vielmehr sei der von der Regierung beabsichtigte soziale Kahlschlag in seiner Gesamtheit nicht annehmbar gewesen – und zwar weil die im Regierungspapier enthaltenen Maßnahmen allzu einseitig gewesen seien und sich fast ausschließlich zu Lasten der gesamten Arbeitnehmerschaft ausgewirkt hätten, kritisierte der CGFP-Nationalvorstand.
Als Beispiel dafür sei nur die beabsichtigte Abschaffung der sogenannten Kilometerpauschale erwähnt. Getroffen hätte diese Maßnahme insbesondere diejenigen Arbeitnehmer, die ihren Wohnsitz aufgrund der hohen Immobilienpreise in dicht besiedelten Gebieten wie der Stadt Luxemburg weitab von ihrem Arbeitsplatz hätten. (…)
Ob die von Regierungsseite angekündigte Einführung einer sogenannten Krisenabgabe vor dem Hintergrund steigender Staatseinnahmen überhaupt noch Sinn mache, sei allenfalls mehr als fraglich. Immerhin hätten die staatlichen Einkünfte in den ersten fünf Monaten 2010 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um ganze 300 Millionen Euro zugelegt. (…)
Ob das vorgelegte Sparpaket aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in seiner Tragweite überhaupt noch angebracht sei, war eine andere Kernfrage, die den CGFP-Nationalvorstand beschäftigte. Mit Blick auf die steigenden Einnahmen stelle sich zudem die Frage, ob die staatliche Anleihe von zwei Milliarden Euro bei Banken noch erforderlich gewesen sei bzw. wofür konkret diese Gelder benötigt würden. (…)
In der Index-Frage sieht die CGFP nach wie vor keinen Handlungsbedarf, allein schon aufgrund der Tatsache, dass sich die Inflation auf einem äußerst niedrigen Niveau eingependelt habe und die nächste Index-Tranche laut Statec voraussichtlich erst im Jahre 2012 erfalle. Die CGFP erinnert in diesem Zusammenhang an die Notwendigkeit, die Kaufkraft der Haushalte gerade in Krisenzeiten zu stärken, was letztlich auch der nationalen Wirtschaft, insbesondere aber dem Handel und dem Handwerk, zugute kommt.
(gekürzt, komplette Pressemitteilung: http://www.cgfp.lu/actualites/actualite.php?actualite_id=208&ref=5001)
Les salariés ont déjà payé pour la crise!
Le Comité exécutif de l’OGBL constate que les organisations patronales continuent leur croisade contre l’indexation des salaires et des pensions à l’évolution des prix, un système qui fut généralisé au Luxembourg en 1975 pour garantir le maintien du pouvoir d’achat des salariés et des pensionnés. En fait l’Union des entreprises du Luxembourg et plus particulièrement la Fédération des artisans et la Fédération des industriels revendiquent une diminution de la valeur réelle des salaires et des pensions. Ils ne demandent pas seulement une stagnation du revenu des salariés actifs et pensionnés, mais une baisse de ce revenu.
Surtout à l’attention de l’artisanat qui dépend largement du pouvoir d’achat des consommateurs du Luxembourg il faut rappeler que si le programme d’austérité annoncé par le Premier ministre est maintenu tel quel malgré la reprise économique en cours et malgré la très nette amélioration de la situation des finances publiques, le revenu disponible de beaucoup de ménages va diminuer. A cela s’ajoutent les augmentations du prix de l’eau et d’autres prix et taxes publics, l’effet de la désindexation des allocations familiales et la diminution de la valeur réelle du boni enfant qui n’a pas été ajusté à l’évolution des prix depuis son introduction il y a trois ans.
Combiné à l’incertitude de la situation économique et à la morosité , voire le catastrophisme, qui caractérise les discours des fonctionnaires des organisations patronales et de bon nombre de politiciens cette politique risque d’avoir un impact négatif sur la consommation et les projets d’investissements de beaucoup de ménages. Une manipulation ou une limitation de l’indexation des salaires ne pourra que renforcer cette tendance avec toutes les conséquences économiques et sociales négatives qui en découlent.
Il n’y a aucune raison de manipuler ou de limiter l’indexation des salaires à l’évolution des prix dans la situation actuelle!
Est-ce que nous connaissons actuellement une phase de dérapage des prix et est-ce qu’il y a un danger pour une telle situation dans les prochaines années? Non, les récentes projections du STATEC montrent clairement le contraire. Dans deux scénarios d’évolution de l’inflation sur trois l’évolution des prix n’entraînerait plus aucune échéance d’une tranche indiciaire avant 2012 et dans un seul scénario une tranche viendrait à échéance en 2011.
(Communiqué par l’OGBL)
«Des enfants meurent à cause des gangsters de la Bourse»
Dans ses livres qui ont marqué l’opinion, Jean Ziegler n’a cessé de dénoncer le caractère absurde et criminel des politiques du capitalisme envers les peuples du tiers monde. Il a été le rapporteur spécial pour le droit à l'alimentation du Conseil des droits de l’homme aux Nations unies de 2000 à 2008. Voici des extraits d’une interview qu’il a donnée à Michel Collon à Genève:
La crise t’a surpris?
Dans sa violence, oui. Je ne pensais pas que les truands de la finance allaient ruiner l’économie mondiale à une telle vitesse: 1.800 milliards de valeurs patrimoniales ont été détruites. Pour les pays du tiers-monde, c’est une catastrophe totale. Mais aussi pour les pays industrialisés.
Ce sont encore les pauvres qui paient?
Oui. Le 22 octobre 2008, les quinze pays de l’euro se sont réunis à Paris. Sur le perron de l’Elysée, Merkel et Sarkozy ont dit: «Nous avons libéré 1.500 milliards d’euro pour le crédit et pour augmenter le plafond d’autofinancement de 3 à 5% ». La même année, les mêmes pays européens ont réduit leurs subventions pour le programme alimentaire mondial (qui ne vit que de ces subventions) de 40 %. De six milliards de dollars à moins de quatre milliards. Ce qui fait qu’au Bangladesh, on a supprimé les repas scolaires. Un million d’enfants sont gravement et en permanence sous-alimentés. Ces enfants meurent donc à cause des gangsters de la Bourse. Il y a là des morts véridiques. Les spéculateurs, aujourd’hui, devraient être jugés au tribunal de Nuremberg.
Quelle leçon les puissants ont-ils tiré de la crise?
Aucune. Prenons l’exemple de la Suisse. Le contribuable suisse y a payé 61 milliards de dollars pour le sauvetage de la plus grande banque: UBS. L’an dernier, en 2009, les dirigeants d’UBS, toujours proche de la faillite, se sont distribués entre eux des bonus pour quatre milliards de francs suisses! Le pillage est total et l’impuissance des gouvernements qui se comportent comme des mercenaires est totale aussi. En tous les cas, en Suisse, en France, en Allemagne où j’ai quelques renseignements. C’est un scandale permanent. Le masque néolibéral est tombé évidemment, avec sa prétendue légitimité. Mais le cynisme et l’arrogance des banquiers triomphent totalement. (…)
Source: michelcollon.info
«Ne confondez jamais juif, sioniste et israélien!»
L’expulsion des Palestiniens de leur propre pays s’est faite, il y a 62 ans. Ce nettoyage ethnique (800 000 personnes expulsées de leur propre pays) s’est réalisé avec la complicité de la communauté internationale. Après des siècles d’un antisémitisme européen jalonné de nombreux pogroms, et immédiatement après le génocide nazi qui a entraîné la mort de 6 millions de Juifs (la moitié des Juifs européens), l’Occident s’est «débarrassé» de sa responsabilité… sur le dos du peuple palestinien qui n’avait joué aucun rôle dans cette persécution. (…)
Le sionisme est une idéologie totalitaire qui prétend parler au nom de tous les Juifs. Depuis des années, une technique s’est bien rodée. Quiconque critique Israël et sa politique, quiconque défend les droits du peuple palestinien, est forcément un antisémite s’il n’est pas juif et un traître ayant la haine de soi s’il est juif. Quiconque dit ce qui est à l’oeuvre: nettoyage ethnique, colonialisme, apartheid, crimes de guerre… est forcément un négationniste nostalgique d’Hitler. (…)
J’utilise volontairement mes origines pour contester tout droit des sionistes à parler au nom de tous les Juifs ou au nom de l’antisémitisme et du génocide. (…)
Ça suffit! J’apporte publiquement mon appui et celui de l’Ujfp à Madame Biermann, citoyenne luxembourgeoise engagée, victime d’une accusation infamante d’antisémitisme lancée contre elle par le consistoire israélite. Oui, il existe un lobby qui use et abuse de l’antisémitisme pour interdire toute critique d’une politique criminelle. Oui, face à Etat qui se dit Juif, qui a installé des colonies «juives», qui prétend parler au nom de tous les Juifs et face à des institutions communautaires ou religieuses qui sont devenues les auxiliaires de cette politique, il est logique et normal d’interpeller les Juifs. Le crime se fait en leur nom, et c’est une des raisons de l’existence de l’Union Juive Française pour la Paix. (…)
À tous et à toutes! Ne vous laissez pas intimider! Ne confondez jamais juif, sioniste et israélien! Et rappelez-vous que ceux qui défendent jour après jour et quoi qu’il arrive la politique israélienne n’ont aucun droit à vous traiter d’antisémite. Défendre les droits du peuple palestinien est un devoir universel, quelles que soient nos origines.
Extraits de la conférence de Pierre Stambul, UJFP, à Luxembourg, le 28 juin 2010: http://www.ujfp.org/
Kurz gesagt - en bref
Personenverkehr auf der Schiene ins Kayltal erhalten!
Der FNCTTFEL-Landesverband will sich mit aller Energie für den Erhalt des Personenverkehrs auf der Strecke von Noertzingen nach Rümelingen einsetzen, u.a. mit einer Postwurfsendung in den nächsten Tagen an die Haushalte der Gemeinden Kayl und Rümelingen. Ein verbessertes attraktives Angebot werde die tagtäglichen Pendler zurück auf die Schiene bringen. Die Strecke befinde sich in einem ausgezeichneten Zustand, die Infrastrukturen für die Benutzer seien vorhanden. Fehlen tue nur noch ein attraktives Zugangebot. Direktzüge in den Spitzenstunden zwischen Rümelingen und Luxemburg sowie auch auf direktem Wege via Brucherberg-Scheuerbusch zwischen Rümelingen und Belval-Université, wo ein neues Lyzeum entsteht, seien das richtige Rezept. Auch die Schaffung von genügend P&R-Plätzen in direkter Nähe der Bahnhöfe werde zur Attraktivität beitragen. Dies sei sowohl in Kayl als auch in Tetingen möglich.
„Geräumiges Gehege für Finanzmarktbestie”
Das Europäische Parlament hat gestern über die Einrichtung einer europäischen Finanzmarktaufsicht abgestimmt. Eine große Mehrheit der Abgeordneten sprach sich für neue Aufsichtsbehörden mit begrenzten, aber vorhandenen Kompetenzen aus. Thomas Händel, Schattenberichterstatter für die Linksfraktion im Wirtschaftsausschuss erklärt: „Wir stehen in diesem Europäischen Parlament in der Verantwortung für eine starke und demokratisch kontrollierte Aufsicht über unsere Finanzmärkte. Die Finanzminister stellen sich quer. Der Käfig, in den die Finanzmarkt-Bestie gesteckt werden soll, wird geräumig ausfallen und Löcher haben. Arbeitnehmer-Vertreter werden aus den Leitungsgremien ausgeschlossen werden, Banker und Finanzbeamte werden die Kontrolle behalten.” Die angenommenen Vorschläge zur Finanzmarktaufsicht seien weder weitreichend genug, um das System dauerhaft zu stabilisieren, noch seien konsequente Schritte hin zu einer Re-Regulierung der Finanzmärkte zu erkennen.
Agenda - agenda
Sonndes, 18. Juli, 10 bis 18 Auer, Strooss tëschent Mamer a Miersch: Alles op de Vëlo am Mamerdall. Org: Mouvement Ecologique & Lëtzebuerger Vëlosinitiativ. http://mouvement.oeko.lu/mouvement-ecologique_Document.1487-24-3.html
Bis zum 5. September, Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr, Nationales Resistenzmuseum, Esch/Alzette. Ausstellung: „Spott dem Naziregime”. Eintritt frei.
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