Elmar Altvater kommt nach Luxemburg

04/20/2008

Hw.- Elmar Altvater, der am Dienstag, den 29. April, in der Maison du Peuple in Esch auf Einladung von “forum” und “déi Lénk” zum Thema “Klimawandel und Finanzmärkte” sprechen wird, ist ein 68-er.

1938 geboren, gründete er im Jahre 1970 an der Freien Universität Berlin das “Otto-Suhr-Institut”, das von der Springer-Presse als die Kaderschmiede der Studentenbewegung bezeichnet wurde. Gleichzeitig entstand die “PROKLA”, eine Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, die sich auf den Marxismus beruft und alle Krisen bis heute überstanden hat. Seiner Abschlussvorlesung gab Altvater den Titel “The proof of the pudding is in the eating” mit Berufung auf Friedrich Engels.

Nach dem Abflauen der Studentenbewegung nahm Altvater an der Gründung der Alternativen Liste in Berlin und der “Grünen” in Deutschland teil. 2001 verließ er diese Partei, der er den Krieg gegen Jugoslawien nicht verzieh, und engagierte sich zuerst im Weltsozialforum und in Attac, dann ab 2007 in “Die Linke”. Er nimmt regelmäßig Stellung zu aktuellen Fragen in der Wochenzeitschrift “Freitag”.

Der Name Altvater steht für den Versuch einer Synthese zwischen Kapitalismuskritik und Ökologie. Altvater zeigt “die Grenzen des kapitalistischen Wachstums”. Der Kapitalismus basiert auf einer Automatik der Mehrwerterzeugung und gerät in Krise sobald das Wachstum ausbleibt. Die kapitalistische Akkumulation ist gleichzeitig ein Zerstörungsprozess von lebendiger Arbeit und natürlichen Ressourcen. Sie zerstört die Quellen des Reichtums, den er geschaffen hat und stößt dabei auf seine Grenzen.

Altvater bezeichnet sich als ein Grenzgänger zwischen den Disziplinen der Wirtschaftswissenschaften und der Naturwissenschaften. Arbeit ist Transformation von Stoffen und Energien. Kapitalismus ist nicht denkbar ohne fossile Rohstoffe und ohne Verwandlung von fossilen Rohstoffen in Kohlenstoff. Dieser Prozess unterliegt den Gesetzen der Entropie und der Thermodynamik ebenso wie dem wirtschaftlichen Gesetz der Knappheit der Güter. Einen Ausweg aus der doppelten Krise, einem Schrecken ohne Ende, sieht Altvater nur in einem Sozialismus des 21. Jahrhunderts, einer solaren und solidarischen Gesellschaft.

Werke: “Grenzen der Globalisierung”, “Turbokapitalismus”, “Vom Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen”.

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